Der Piotroski F-Score wurde 2000 vom Stanford-Professor Joseph Piotroski entwickelt. Er misst die fundamentale finanzielle Gesundheit eines Unternehmens anhand von neun einfachen Ja/Nein-Kriterien aus dem Jahresabschluss – jedes erfüllte Kriterium bringt einen Punkt, macht in Summe also einen Wert zwischen 0 (sehr schwach) und 9 (sehr stark).
Die neun Kriterien in drei Gruppen
Profitabilität (4 Punkte): positive Nettorendite auf das Gesamtvermögen (ROA), positiver operativer Cashflow, steigende ROA gegenüber dem Vorjahr, operativer Cashflow höher als der Nettogewinn (ein Hinweis auf solide Ergebnisqualität statt reiner Bilanzkosmetik).
Kapitalstruktur (3 Punkte): sinkender Verschuldungsgrad, steigende Liquidität (Current Ratio), keine neuen Aktien ausgegeben (keine Verwässerung bestehender Aktionäre).
Operative Effizienz (2 Punkte): steigende Bruttomarge, steigender Kapitalumschlag (mehr Umsatz je eingesetztem Vermögenswert).
Wie liest man den Wert?
- •8–9 Punkte: fundamental sehr solide Bilanz
- •3–7 Punkte: durchschnittlich, differenziert je nach Einzelkriterien
- •0–2 Punkte: fundamentale Warnsignale
Der Piotroski-Score sagt nichts über den aktuellen Aktienkurs oder die Bewertung aus – ein fundamental starkes Unternehmen kann trotzdem überteuert sein. Bei StockyScanner fließt er deshalb nur als einer von mehreren Bausteinen in den Risiko-Score ein, nicht isoliert.