13. Juli 2026 · 5 Min. Lesezeit

Was ist der Altman Z-Score? Insolvenzrisiko einfach erklärt

Der Altman Z-Score schätzt anhand von fünf Finanzkennzahlen die Insolvenzwahrscheinlichkeit eines Unternehmens ein. Formel, Zonen und Grenzen im Überblick.

Der Altman Z-Score wurde 1968 vom NYU-Professor Edward Altman entwickelt, um die Wahrscheinlichkeit einer Unternehmensinsolvenz innerhalb der nächsten zwei Jahre abzuschätzen. Er kombiniert fünf Finanzkennzahlen aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zu einem einzigen Wert.

Die fünf Kennzahlen

  • Working Capital / Gesamtvermögen – kurzfristige finanzielle Flexibilität
  • Einbehaltene Gewinne / Gesamtvermögen – über die Zeit angesammelte Ertragskraft
  • EBIT / Gesamtvermögen – operative Ertragskraft unabhängig von der Kapitalstruktur
  • Marktwert des Eigenkapitals / Gesamtverbindlichkeiten – Puffer, den der Markt dem Unternehmen zutraut
  • Umsatz / Gesamtvermögen – wie effizient das Vermögen Umsatz generiert

Die drei Zonen

  • Z > 2,99 – „Safe Zone“: geringes Insolvenzrisiko
  • 1,81 < Z < 2,99 – „Grey Zone“: unklare Lage, erhöhte Vorsicht angebracht
  • Z < 1,81 – „Distress Zone“: erhöhtes Insolvenzrisiko in den nächsten zwei Jahren

Wo die Grenzen liegen

Die ursprüngliche Formel wurde für börsennotierte, produzierende Industrieunternehmen kalibriert. Bei Finanzinstituten und Banken – deren Bilanzstruktur grundlegend anders aussieht – ist die klassische Formel deutlich weniger aussagekräftig, weshalb solche Werte immer mit Vorsicht zu lesen sind.

Auch der Altman Z-Score ist eine statistische Einschätzung, keine Prognose. Bei StockyScanner fließt er branchennormiert als Teil der Solvenz-Komponente in den Risiko-Score ein.

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